NOLF

No one lives forever, sagten sie mir, aber ich glaubte es ihnen nicht. No one lives forever, sagte mir jede Beerdigung, die ich besuchte, aber ich wollte es nicht wahrhaben. No one lives forever, schrie mir selbst mein großer Bruder aus seinem kleinen Kindergrab zu, aber ich ignorierte ihn. No one lives forever, erkenne ich nicht an, denn für mein eigenes kleines Leben hat mir dies noch niemand bewiesen. No one lives forever, aber in jedem meiner Texte lebe ich ewig, selbst dann, wenn ich sie unmittelbar nach dem Schreiben verbrenne. No one lives forever, hieß ein Computerspiel in den 90ern; ich kenne es nicht. No one lives forever, klingt wie der billige Werbeslogan einer Lebensversicherung. No one lives forever, denke ich mir und lasse mir Schokolade, Whiskey, Kaffee schmecken, gehe zu spät schlafen und räume mein Arbeitszimmer wieder nicht auf. No one lives forever, ruft der Selbstmordattentäter, bevor er sich in die Luft sprengt, in den Nachrichten klingt es wie Allahu akbar. No one lives forever. Auch ich werde sterben. No one lives forever. Bis dahin lebe, lache, lächle ich, was das Zeug hält, auch wenn Extremisten und Langeweiler sich etwas Anderes wünschen. No one lives forever. Mag stimmen. No one lives forever heißt: Memento mori nur auf Englisch. No one lives forever, bellt der Hund und ich kann ihn gut verstehen. No one lives forever. Und vor allem: No one writes forever. Also: Ende!

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